Veröffentlicht amOktober 11, 2026vonMichael Werner|Kommentare deaktiviert für Neues Kinderbuch in Pennsylvanisch-Deitsch
Scott Reagan (Nazareth, PA) veröffentlicht in Kürze das Buch „Mei Hundli Schloft“ – ein neues Kinderbuch in pennsylvanisch-deutscher Mundart. Es wird bei masthof.com erhältlich sein und stellt jungen Eltern damit eine neue Möglichkeit zur Verfügung, ihren Kindern neben Englisch auch die Mundart ihrer Vorfahren näherzubringen. Rechtzeitig vor Weihnachten …
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Veröffentlicht amOktober 7, 2026vonMichael Werner|Kommentare deaktiviert für Richard Druckenbrod – Der Kompromisslose
Richard Druckenbrod (1929-2003)
Prof. C. Richard Beam (1925-2018) hatte darauf bestanden, dass ich Richard „Drucky“ Druckenbrod gleich bei meinem ersten Aufenthalt in Pennsylvania im Jahr 1994 kennenlernte. Er wohnte in Allentown, und wenn ich mich zurückerinnere, ist es mir heute noch ein Rätsel, wie ich all die Adressen meiner Gesprächspartner ohne Navigationsgerät – und nur mit gedruckter Straßenkarte ausgestattet – überhaupt finden konnte. Die Straßenführung in den USA ist für einen Europäer oft abenteuerlich. Im Fall des Hauses von „Drucky“ war die Straße durch einen Friedhof unterbrochen. Sie endete unvermittelt, und erst wenn man über verschiedene andere Wege um das Hindernis herumgekommen war, ging sie ebenso unvermittelt wieder weiter. Wie auch immer: Ich fand ihn und besuchte ihn bis zu seinem Tod im Jahr 2003 mehrere Male. Meist gingen wir miteinander essen.
Richard Druckenbrod (1929–2003) gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der pennsylvanisch-deutschen Szene in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er war Pfarrer, Lehrer, Historiker und Schriftsteller – vor allem aber ein leidenschaftlicher Vermittler der deutschen Sprache und Kultur Pennsylvanias.
Druckenbrod wurde am 29. Mai 1929 in Reading, Pennsylvania, als Sohn von Harry Eberly Druckenbrod und Kathryn Reisch geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Denver, Pennsylvania, wo er 1947 die High School abschloss. Anschließend studierte er am Franklin and Marshall College in Lancaster.
Ein wichtiger Schritt in seiner akademischen Laufbahn war ein Fulbright-Stipendium im Jahr 1951, das ihn an die Universität Graz nach Österreich führte. Der Aufenthalt brachte ihn unmittelbar mit der europäischen deutschen Sprach- und Kulturwelt in Kontakt. Etwa zur gleichen Zeit studierte Dick Beam, der ein Cousin zweiten Grades von „Drucky“ war, in Salzburg. Die Liebe zur deutschen Sprache und Kultur blieb beiden ein Leben lang erhalten. Nach seiner Rückkehr studierte Druckenbrod am Lancaster Theological Seminary und wurde 1954 Pfarrer der United Church of Christ.
Seine geistliche Tätigkeit blieb jedoch nur ein Teil seines Wirkens. Druckenbrod entwickelte sich zu einem engagierten Vertreter des Pennsylvania-Deutschen und setzte sich dafür ein, dass die Sprache nicht nur als Relikt der Vergangenheit betrachtet wurde, sondern als lebendige Ausdrucksform erhalten blieb. Von 1980 bis 1992 war er Präsident der Pennsylvania German Society. Damit stand er über mehr als ein Jahrzehnt an der Spitze einer der wichtigsten Organisationen zur Erforschung und Pflege der Geschichte, Sprache und Kultur der Pennsylvania Germans. Das ist für diesen Verein ein ziemlich langer Zeitraum. Dabei, so erzählten mir Zeitgenossen, war „Drucky“ in seinen Ansichten oft kompromisslos und bei der Vereinsführung bisweilen nicht zimperlich. Durch die Kenntnis des Hochdeutschen, das er immer auf den Begriff „Hofdeutsch“ zurückführte, fühlte er sich in seinen Bewertungen des Dialekts – und wie dieser gesprochen und geschrieben werden müsse – immer sehr sicher. Da er auch vehement für diese Position eintreten konnte, hatte er bei manchen Veranstaltungen ab einem bestimmten Punkt Hausverbot. Zwischen 1978 und 1985 schrieb er für die Zeitung The Morning Call in Allentown regelmäßig die Kolumne „Es Deitsch Schtick“. Unter seinem Pseudonym Pit Schweffelbrenner schrieb er über Sprache, Alltag und Kultur und erreichte damit ein breites Publikum.
Seine berufliche Laufbahn war ungewöhnlich vielseitig. Druckenbrod war Professor für Theologie am Cedar Crest College in Allentown und lehrte zudem am Franklin and Marshall College in Lancaster. Gleichzeitig blieb er über Jahrzehnte als Pfarrer tätig. Seine letzte größere Pfarrstelle hatte er bis 1980 an der St. John’s United Church of Christ in Howertown inne. Danach arbeitete er noch fast zwei Jahrzehnte als Interims- und Aushilfspfarrer, bevor er sich 1998 endgültig zur Ruhe setzte. Für seine Verdienste um die Bewahrung der Geschichte und Kultur der Pennsylvania-Deutschen wurde Druckenbrod 1991 vom Commonwealth of Pennsylvania ausgezeichnet.
Als Richard Druckenbrod 2003 starb, hinterließ er das Bild eines ungewöhnlich vielseitigen Kulturvermittlers. Er verband Kirche, Wissenschaft, Sprache und regionale Identitätmiteinander. Gerade diese Verbindung machte ihn zu einer wichtigen Stimme der pennsylvanisch-deutschen Kultur des 20. Jahrhunderts.
Der Pälzylvanier
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Das Video von der Plain Roots Conference ist ein Vortrag von Rose Fisher über ihr Pennsylvania Dutch Dialects Project. Zusätzlich enthält dieses Video einen weiteren Vortrag zum Thema „Teaching People to Write Pennsylvania Dutch“ von Rose Fisher und Eythana Miller.
Rose Fisher hat einen Ph.D. in Germanic Linguistics and Language Science von der Penn State University. Seit August 2025 gehört sie dem Department of Linguistics, Languages, and Cultures an der Michigan State University an. Ihre Forschung konzentriert sich auf (sozio)linguistische Merkmale ihrer Muttersprache, dem Pennsylvania Dutch. Sie unterrichtet Kurse im Grundsprachenprogramm Deutsch (Anfänger- bis Mittelstufe) sowie Bachelor- und Masterkurse zu historischen und zeitgenössischen (nicht-standardsprachlichen) deutschen Varietäten und deren linguistischen Eigenschaften. Derzeit baut sie das erste gesprochene Korpus der Pennsylvania-Dutch-Dialekte auf, um deren Vielfalt zu dokumentieren und zu untersuchen. Ihr liegt sehr daran, die Sprache zu legitimieren und den Sprechern ein besseres Verständnis davon zu vermitteln.
Das Pennsylvania Dutch Dialects Project verfolgt mehrere Ziele: Erstens soll es die Schönheit, das Interesse und die Vielfalt der Pennsylvania-Dutch-Sprache bekannt machen. Die Verantwortlichen möchten sie würdigen und den Menschen zeigen, dass es sich um eine eigenständige Sprache (mit vielen Dialekten!) handelt und nicht um eine „kaputte“ Form des Englischen. Zweitens dokumentiert das Projekt die verschiedenen Varianten des Pennsylvania Dutch und seine Sprecher. Drittens sollen Audioaufnahmen, Transkriptionen und Übersetzungen des Pennsylvania Dutch veröffentlicht werden, die für die linguistische Forschung, den Sprachunterricht oder die Vermittlung von Wissen über die Sprache genutzt werden können. Als erstes gesprochenes Sprachkorpus seiner Art schließt dieses Projekt eine kritische Lücke in der linguistischen Forschung und Dokumentation und bietet Sprechern zugleich eine neue Möglichkeit, die inneren Strukturen und die Geschichte ihrer eigenen Sprache besser zu verstehen.
In ihrem Vortrag „Teaching People to Write Pennsylvania Dutch“ greifen Rose und Eythana die Frage auf, ob und wie man auf Pennsylvania Dutch schreiben kann. Viele Sprecher haben die falsche Überzeugung übernommen und geben sie weiter, dass Pennsylvania Dutch „keine Schriftsprache“ sei. Es gibt keine Sprache auf der Welt, die grundsätzlich nicht geschrieben werden kann. Sie braucht lediglich ein Schriftsystem. Im Fall des Pennsylvania Dutch existieren bereits verschiedene Schreibsysteme. Rose und Eythana haben eines dieser Systeme ausgewählt und weiterentwickelt und begründen in diesem Vortrag, warum dieses System den Bedürfnissen (ehemaliger) anabaptistischer Sprecher besonders gut entspricht. Gleichzeitig wollen sie das Interesse an der Erlernung und Nutzung eines solchen Systems in den verschiedenen Sprachgemeinschaften erfragen.
Jennifer Trout bei einem Essen am Franklin & Marshall College (Lancaster, PA) im Jahr 2007
Es gab eine Zeit, da glaubten einige Menschen nicht mehr daran, dass das große pennsylvanisch-deutsche Wörterbuchprojekt „The Comprehensive Pennsylvania German Dictionary“ (11 Bände, 2004-2007) überhaupt beendet würde. Anfang der 2000er Jahre hatte Dick Beam, Direktor des „Centers for Pennsylvania German Studies“, schon über 40 Jahre an der Millersville University Lexeme gesammelt. Hunderte von Gesprächen hatte er mit – meist gemeinsam mit seiner Frau Dorothy – in Lancaster County und anderen Regionen der USA sowie Kanada bereits geführt, doch bis zu diesem Zeitpunkt war nichts erschienen. Dick stand kurz vor seinem 80. Geburtstag, und sein Assistent Yoshua „Yossi“ Brown war kurz vor der Beendigung seines Studiums. Es war klar, dass er nicht ewig in Lancaster County bleiben würde. Doch dann überreichte der Postbote mir eines Tages im Jahr 2004 „Band 1 (A)“, herausgegeben von Dick Beam und Yoshua Brown. Dem Buch folgte 2005 noch „Band 2 (B)“. Dann musste Yossi weg. Und wieder machten sich Dick Beams Freunde Gedanken, wie es weiter gehen würde. Doch es dauerte keine vier Wochen, dann hielten wir „Band 3 (C, D, E) in Händen, herausgegeben von Dick Beam und Jennifer Trout.
„Die Tschenni“ kannte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Doch bei meinen späteren Besuchen wurde mir schnell klar, dass ohne sie dieses Lebenswerk niemals zu einem Ende gekommen wäre. Nicht nur, dass Jennifer die Umsetzung der Wortkarteien in Wörterbuchartikel übernahm. Sie wurde mit der Zeit auch mehr und mehr zur Managerin von Dick und Dorothy Beam. Gleichzeitig, das darf man sagen, sahen die Beams sie auch zunehmend als die Tochter, die sie selbst nie hatten. Für uns Außenstehende war es beruhigend, Jennifer an der Seite der Beams zu wissen. Wie ein Uhrwerk lief die Produktion weiter, und so konnten bis 2007 alle 11 Bände des Wörterbuchs in Druck gehen, verlegt von Masthof Press (Lancaster County).
Jennifer, die selbst gelernte Deutschlehrerin ist, blieb auch danach an Dick und Dorothys Seite, und es wurden in den Folgejahren noch eine Reihe kleinerer Buchprojekte umgesetzt. Daneben erschienen Ausgaben des „Journals of the Center for Pennsylvania German Studies“.
2015 flog ich nach Pennsylvania, um mit Dick Beam am 15. Februar seinen 90. Geburtstag zu feiern. Er war alt, aber guter Dinge – etwas hilfebedürftig, aber geistig topfit. Ab 2017 ging es ihm deutlich schlechter. Jennifer informierte mich von Zeit und Zeit. Ich flog nach Pennsylvania, um ihn noch einmal zu treffen. Es war das letzte Mal. Im Januar 2018 schrieb Jenny, dass er im Krankenhaus sei und es ihm deutlich schlechter gehe. Kurz danach starb Dick Beam. Jennifer blieb an der Seite von Dorothy Beam. Auch sie feierte 2024 noch ihren 90. Geburtstag. Dann starb sie.
Dick Beam würde sagen: „Mer warefe all unser deitsche Schtrohhiet in die Heh un saage Grooss Dank zu die Tschenni fer alles, ass sie geduh hot!“ Und dem würde ich nichts hinzufügen wollen.
Der Pälzylvanier
2010 mit Frank Kessler20122015Jennifer Trout und Prof. C. Richard Beam (2015)
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Luella Reed Sebo beim „Schreiwerfescht“ auf der Seminar Stage (Kutztown Folk Festival 2017)
Pennsylvanisch-Deutsch war über 200 Jahre lang eine überwiegend regional gesprochene Mundart im Südosten Pennsylvanias und den Tochtersiedlungen in Ohio, Indiana, Illinois und weiteren Staaten. Geschrieben wurde die Varietät nur von wenigen Sprechern, denn – das wissen wir alle – das mit der Verschriftlichung von Dialekten ist so eine Sache. Noch einmal komplizierter wird es, wenn das den Dialekt überdachende System nicht Standarddeutsch ist, sondern Englisch. Wer versteht „Air Light We Gates“ sofort als „Ehr Leit, wie geht’s?“ Man sieht sofort das Problem.
Luella Reed Sebo gebührt das Verdienst, den vielen Amerikanern pennsylvanisch-deutscher Herkunft ohne Dialekt-Sprachkenntnisse in Facebook eine Plattform zum Erlernen der Sprache gegeben zu haben: „En Daeglichi Deitschi Dos – A Daily Dose of PA Dutch“. Fast 5.000 Mitglieder tummeln sich in dieser Gruppe, in der Luella nahezu täglich neue Sprüche und pennsylvanisch-deutsche Wörter hochlädt. Auf diese Weise gibt sie auch Amerikanern eine Chance, in Kontakt mit ihrer Herkunft zu kommen, die nicht mehr im historischen Sprachgebiet des Pennsylvania Dutch Country leben.
Daneben unterrichtet die heute fast 80jährige auch Live-Kurse, wenn ihre Zeit es zulässt. Ich habe Luella ab 2010 immer wieder beim Kutztown Folk Festival getroffen, wo sie am Schreiwerfescht teilnahm. Organisiert wurde diese Veranstaltung ab 2006 bis zum Ende des Festivals 2024 von Dr. Bill Donner und Edward Quinter.
Der Pälzylvanier
Schreiwerfescht 2022
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Dorothy Eberly Fry (1914-2012) im Jahr 1994 auf dem „Katzebuckel“
„Es sind die ganz Alten, von denen man am meisten lernen kann.“ Das ist kein Satz von mir, sondern von C. Richard Beam (1925-2018). In den 1990er und 2000er Jahren begleitete ich ihn bei seinen Besuchen in Pennsylvania zu Sprecherinnen und Sprechern des Pennsylvania-Deutschen. Dick hatte seinen Cassetten-Recorder dabei und nahm auf, was er erzählt bekam. Ihn interessierten am meisten die verwendeten Wörter, weil er sein Wörterbuch-Projekt vorantrieb. Mich interessierten darüber hinaus die Geschichten, die erzählt wurden. Ganz oft war es so, dass mich die „Schtoris“ irgendwie an etwas erinnerten, was ich schon in der Pfalz gehört hatte. Aber sie waren allenfalls ähnlich, selten identisch. Ich spürte schnell, dass da eine Differenz war, und erklärte sie mir mit der 300jährigen Trennung der Menschen „hiwwe“ und „driwwe“.
Oft besuchte ich mit Dick Beam seine Bekannte Dorothy Fry (1914-2012) in ihrem kleinen Häuschen direkt auf dem „Katzebuckel“ bei Ephrata. Sie lebte dort auf dem Gelände einer Seniorenresidenz – unterstützt, aber selbstbestimmt. Ich erinnere mich an Besuche 1994, 1996, 2000, 2002, 2005, 2007 und 2010. In den ersten Jahren lief meist das Aufnahmegerät mit. Später hatte Dick Wortlisten dabei und stellte konkrete Nachfragen zur Bedeutung und Verwendung einzelner Begriffe. Natürlich wurde Dorothy, die schon bei meinem ersten Besuch 80 Jahre alt war, auch nicht jünger. Aber sie blieb sehr lange rege und erfreute sich guter Gesundheit.
Dorothys Geschichten waren meist lustig – aber sie hatte auch etliche Schauergeschichten auf Lager. Meist begannen ihre Schtoris mit einer konkreten Person, z.B. „Der XY vun Langschwamm hot mol verzehlt, ass …“ – und dann kam die Geschichte. „Oral History“ nennt man das im wissenschaftlichen Kontext. Sie erzählte von Begebenheiten im 20. Jahrhundert, und wenn sie ihre Eltern und Großeltern als Gewährspersonen nannte, reichten die Geschichten weit ins 19. Jahrhundert zurück. Natürlich erzählte sie nicht nur von historischen Begebenheiten, sondern auch aus dem Bauernleben des Pennsylvania Dutch Country. So entfaltete sich Zug um Zug ein ganzes Universum – ein Netzwerk aus Menschen, Bräuchen und Geschichten. Dann tauchten Erzählungen rund um Grundsau-Daag und Elbedritsche-Jagden auf. Sie sprach von Fasnacht, Oschtre, vom Säen, Pflanzen und Ernten und auch vom Belznickel und Grischtdaag. „Was mer geduh henn Yaahre zerick …“ war ein weiterer Satz, mit dem sie ihre Geschichten begann.
Natürlich merkte ich schnell, dass Dick Beam und Dorothy Fry ein besonders enges freundschaftliches Verhältnis hatten. Den Grund erzählte er mir nach dem ersten Besuch: Dorothy war eine Schülerin seiner Mutter Marcella Slabach Beam (1902-1958) gewesen – und damit also ein Bindeglied zu seiner sehr früh verstorbenen Mutter, der er sehr dankbar war. „Des glee Ding kann net lewe …“ war der Ausspruch einer Großmutter von Dick gewesen, als sie den viel zu früh geborenen „Charles Richard“ am 15. Februar 1925 im Heim an der „Rot Kuh“ in Lancaster County zum ersten Mal sah. Aber Mutter Marcella kümmerte sich aufopferungsvoll um die Frühgeburt, und als der Frühling einzog, hatte sie es geschafft. Ihr Sohn überlebte und sollte fast 93 Jahre alt werden.
Deshalb fragte Dick bei unseren Besuchen Dorothy oft, was diese noch aus ihrer Schulzeit bei seiner Mutter aus der Zeit vor Dicks Geburt erinnerte. Und wieder entspannen sich Geschichten aus einer Region, in welcher der bäuerliche Alltag noch weitgehend komplett pennsylvanisch-deutsch war. Später zog die Familie mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder John (der ebenfalls fast 90 Jahre alt wurde) nach Ephrata, wo Dick Beam aufwuchs. Er zeigte mir sein Elternhaus und die Straßen, in denen er als Bub spielte. Seine Jugend endete nach dem Abschluss der High School. 1943 wurde er zum Militär eingezogen und nach Europa verschifft, um gegen Hitler zu kämpfen.
Dorothy Eberly Fry wurde „Schulmeeschtern“ in Lancaster County und heiratete – blieb aber kinderlos. Ihre Geschichten sind auf Band verewigt. Ich hoffe, sie haben den Weg in ein Archiv gefunden.
Der Pälzylvanier
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